Im Juli und August explodiert der Garten – und ich manchmal gleich mit. 🙈
Zwischen abgeblühten Stauden, durstigen Pflanzen, Wildwuchs und tonnenweise Fallobst wird der Garten schnell zur Dauerbaustelle. Wenn ich doch nur mehr Zeit hätte … Aber lass uns den Tatsachen ins Auge schauen: Die Zeit ist meistens knapp. Und die To-dos schreien mich (und dich) auch aus allen anderen Lebensbereichen heraus an.
Trotz der wenigen Zeit versuche ich jeden Tag in den Garten zu kommen und die wichtigsten Handgriffe schnell zu erledigen. Was mich gerade rettet: Mini-Routinen, unterteilt in 5-Minuten-Einheiten und ein Timer (warum ich ihn liebe, erzähle ich dir gleich).
In diesem Beitrag zeig ich dir,
- welche Mini-To-dos sich für mich gerade wirklich lohnen,
- wie ich mit schnellen Aktionen Schritt für Schritt Ergebnisse sehe
- und warum selbst 5 Minuten den Unterschied machen können.
Dabei geht es NICHT um den perfekt aufgeräumten Garten oder die makellosen Beete. Davon bin ich mit meinem Naturgarten weit entfernt und es ist auch kein Ziel für mich. Der Naturgarten ist der entspannte Garten, aber dennoch braucht er eine gewisse Pflege. Allein schon, um nicht auf matschigen Kirschen auszurutschen. Aber dazu später mehr …


Hallo, ich bin Antje – ich unterstütze Gartenneulinge dabei, ihren Garten pflegeleicht und nachhaltig zu gestalten. Mit einfachen Routinen und naturnahen Ideen helfe ich dir, deinen Garten in einen blühenden Ort zu verwandeln – voller Leben und natürlicher Prozesse.
Ich glaube: Egal wie groß oder klein dein Garten ist – du kannst der Natur eine Heimat bieten und wirst 1000-fach dafür belohnt. 🌱💪
Hier sind meine derzeit wichtigsten To-dos
Ich habe mich einen Tag lang selbst beobachtet und die wichtigsten Aufgaben notiert, die ich so über den Tag erledige. Zur Orientierung habe ich sie dir entsprechend meiner Morgen-, Mittag- und Abendroutine sortiert.
Aber so superstrukturiert läuft es bei mir natürlich nicht immer ab. Deshalb habe ich auch Aufgaben aufgelistet, die ich mal zwischendurch erledige, wenn ich beispielsweise mit meinem Jüngsten im Garten bin. Gleiches gilt für optionale Aufgaben, die sich z. B. immer dann anbieten, wenn es geregnet hat.
Disclaimer: Dies ist keine vollständige Liste aller Aufgaben im Juli und August, sondern wirklich nur die, die ich zur Zeit regelmäßig machen muss, um das Gefühl zu haben, den Garten wenigstens halbwegs im Griff zu haben. Wenn du Ideen für weitere wichtige To-dos im Juli brauchst, dann schau mal in meinem GARTEN-BINGO DER GARTENARBEITEN IM JULI vorbei oder bei meinem Beitrag: BESTREITE DEN AUGUST SPIELERISCH: MIT GARTEN-BINGO (dort findest du auch eine PDF-Vorlage zum Download).
Morgens: Vogeltränke auffüllen
Noch vor dem Frühstück, wenn noch alles ganz still ist, gehe ich raus und wechsle die Schale und das Wasser in der Vogeltränke.
Warum? Eine saubere Vogeltränke ist wichtig, damit sich Vögel nicht darüber gegenseitig anstecken. Dazu stelle ich zwei Tränken im Wechsel auf, damit eine zwischendurch immer gut durchtrocknen kann, damit bin ich auf der sicheren Seite!
Morgens hole ich auch die Schälchen vom Igel rein, mehr dazu in meiner Abendroutine.
Mittags: Stockrosen bändigen
Wenn ich von der Arbeit heimkomme, werfe ich einen Blick auf die Stockrosen. (Ja, ich weiß, sie entsprechen nicht dem Naturgartenideal, weil sie nicht heimisch sind. Deshalb dürfen sie bei mir NUR im Hof wachsen – im Garten zupfe ich sie aus, sonst würden sie auch dort die Weltherrschaft übernehmen. Für mich lebt der Naturgartengedanke auch von solchen Kompromissen, die wir mit uns selbst schließen.)
Sie sind an einigen Stellen echt groß geworden und neigen bei Regen und Wind gern zum Umkippen – also binde ich sie bei Bedarf schnell mit einem Stück Schnur hoch oder hänge sie irgendwo fest. Abgefallene Blätter und Blüten hebe ich schnell auf und entferne auch kranke Blätter. Das sind nur wenige Handgriffe.
Gleichzeitig schont das meinen Nerven, denn der Hof ist mittlerweile so voll mit Stockrosen, dass sie im Weg hängen, den Zugang zum Briefkasten versperren oder das Auto beim Rückwärtseinparken dauerpiepen lassen.

Die Mittagszeit ist auch der Zeitpunkt, sich um die Mülltonnen zu kümmern, welche muss für morgen rausgestellt werden? Kann ich noch was nachfüllen? Sehr beliebt ist bei mir die Biotonne, die bekomme ich zur Zeit sehr schnell randvoll.
Optional: Nach dem Regen Unkraut zupfen
Regen? Super! Nach dem Regenguss schnappe ich mir meinen kleinen Eimer und jäte 5 Minuten lang Unkraut – da geht’s nämlich einfacher. Vor allem im Hof zwischen den Pflastersteinen.
Ok, ich gebe zu, die Gräser im Hof sind mittlerweile so lang (so oft komme ich doch nicht zum Unkraut entfernen) und durch die heiße Phase fast komplett vertrocknet. Aber ich übe mich darin, mich nicht über das Unkraut zu ärgern, sondern mich darüber zu freuen, dass die Arbeit so leicht von der Hand geht. Denn wenn die Pflanzen so lang und trocken sind, kann ich sie direkt mit der Hand rausziehen.

Ich muss dazu sagen: Unkraut entferne ich sehr selektiv. Wie gesagt: Stockrosen dürfen im Hof wachsen und auch hübsche und wertvolle Fugenpflänzchen bleiben an Ort und Stelle.
Die Macht des Timers beim Aufräumen im Garten

Ich liebe meine mechanische Eieruhr – aber auch der Timer im Handy tut’s. Warum ich bei der Gartenarbeit nicht mehr ohne auskomme? Weil er mir hilft, dranzubleiben, fokussiert zu bleiben und nicht in Perfektionismus zu verfallen.
Hier sind meine 4 unschlagbare Gründe für den Timer:
🕒 1. Zeitliche Begrenzung
Ein Timer gibt dir ein klares Zeitfenster. 5 Minuten pro Aufgabe klingen machbar – und sind es auch. So überforderst du dich nicht und bleibst in Bewegung, ganz ohne Druck.
🎯 2. Fokus & Effizienz
Wenn du weißt, dass die Uhr tickt (das ist der Vorteil des mechanischen Timers: der tickt wirklich – im Gegensatz zum Mobiltelefon), arbeitest du konzentrierter. In kurzer Zeit schaffst du plötzlich erstaunlich viel – und hast trotzdem noch Energie für den Rest des Tages.
🙅♀️ 3. Raus aus der Perfektionismus-Falle
5 Minuten? Das geht immer. Der Timer hilft dir anzufangen – auch wenn’s schwerfällt. Meistens kommst du danach eh in den Flow (und machst weiter) oder bist schneller fertig als gedacht.
🔁 4. Routinen entwickeln
Regelmäßig genutzt wird der Timer zu deinem neuen Garten-Helfer. Aus kleinen Zeiteinheiten werden Gewohnheiten – und aus Chaos wird Schritt für Schritt Ordnung.
💡 Mein Tipp: Stell dir heute einfach mal den Timer. 5 Minuten. Eine Aufgabe und los. Du wirst überrascht sein, was möglich ist!
Mein Sommer-Projekt: Ein kleiner Pfad durch die Wiese
Um nicht nur reine Pflegeaufgaben zu machen, sondern auch mit meinem derzeitigen Projekt weiterzukommen, plane ich hierfür auch mindestens 5 Minuten ein. Zurzeit bin ich dabei, zerschnittene alte Terrassenfliesen als einen Trittsteinweg im Rasen zu verlegen.
Die Terrassenplatten sind übrigens bei meinem vorherigen „Abpflastern-Projekt“ übrig geblieben und ich recycele sie jetzt. Was Abpflastern ist und was der Begriff „Tegelwippen“ damit zu tun hat, das verrät dir Sonja Stadje auf ihrem Blog: ABPFLASTERN: GEMEINSAM LACHEN, GRABEN UND GÄRTNERN FÜR DIE SCHWAMMSTADT.
Auch diese Aufgabe geht nach dem Regen wesentlich besser als bei knochentrockenem Boden. Ich habe die Platten ausgelegt und steche jeden Tag ein bis zwei Platten rund herum aus. Darunter nehme die Grasnarbe raus und bette die Platte mit Sand in das entstandene Loch. Wenn ich jeden Tag 5 bis 10 Minuten investiere, habe ich das Projekt in unter 14 Tagen abgeschlossen. Dranbleiben lohnt sich 🙂
Kehren: Die Kirschenschlacht beseitigen
Mein derzeit größtes Problem sind die Kirschen. Die Kirschen landen mittlerweile zu großen Teilen auf dem Boden. Sie sind schon überreif und matschen daher schnell. Gerade bei Unwetter und Regen verliert der Baum Massen an Kirschen.
Ich habe es aufgegeben, alle auf einmal entfernen zu wollen. Aber nur fünf Minuten helfen das Problem wenigsten etwas beherrschen zu können. Ich fege regelmäßig kurz die Terrasse und Gartenwege. Im Beet und Gras hebe ich sie auch auf. Achtung: An den Früchten sind gerne Welpen oder Bienen. Sei beim Fegen und Aufsammeln vorsichtig, dass du nicht ihre Flügel verletzt oder selbst gestochen wirst.

Die Kirschschlacht geht nahtlos über in die Apfelschlacht, denn sie fallen jetzt auch schon.
Zwischendurch: Sumpfbeet und Topfpflanzen gießen
Mein kleines Sumpfbeet im Kübel braucht Wasser – und auch meine Tomaten und Pflanzen in Töpfen im Hof wollen nicht dursten. Ich mache das im Wechsel: An einem Abend die Pflanzen im Garten, am nächsten (oder übernächsten) die Töpfe im Hof. Damit bekommt keine zu viel, aber auch nicht zu wenig.
5 Minuten „schauen was kommt“
Wenn ich einmal in den Garten gehe, sehe ich natürlich 100 Dinge, die auch getan werden sollten. Dafür plane ich mir extra fünf Minuten ein. Wenn ich weiß, dass ich für eine Aufgabe jetzt nicht genügend Zeit habe, mache ich ein Foto davon. Später, im Haus, schaue ich die Fotos durch und notiere mir die Aufgabe auf einem Post-it. Dieses kommt an mein agiles Board, damit ich das To-do zu einem späteren Zeitpunkt einplanen kann.
Abends: Futter für den Igel
Bevor ich ins Bett gehe, stelle ich noch etwas Futter und eine Schale Wasser für meinen Stammgast raus. Ich hoffe, mit diesem kleinen Beitrag dem Igeln zu helfen, denn in den heutigen aufgeräumten Gärten finden sie pro Nacht nicht mehr genug zu fressen. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich ihn rascheln höre und am nächsten Morgen die Schale leer ist.

Fazit: Nicht perfekt, aber dranbleiben – das zählt
Diese kleinen 5-Minuten-Routinen retten mich gerade. Nicht, weil sie den Garten perfekt machen. Sondern weil sie mich handlungsfähig halten. Weil ich trotz Chaos, Hitzewellen, Unwetter und Alltagswahnsinn das Gefühl habe: Ich tu was. Ich bin dran.
Das ist in meinen Augen das, was zählt und leistbar ist. Nicht die aufgeräumten Beete, nicht der Instagram-würdige Sitzplatz. Sondern einfach dranbleiben – im eigenen Tempo und mit meinen und deinen Möglichkeiten.
Und fünf Minuten sind nicht nichts: Fünf Minuten sind genug, um Schritt für Schritt für Ordnung, Übersicht und Entspannung zu sorgen.
Mein Tipp:
Such dir 1–2 Routinen aus, die für deinen Garten gerade passen.
Oder schau, was dein Garten gerade braucht.
Stell dir den Timer auf 5 Minuten. Und dann: Einfach machen.
Ich hoffe, es bringt dir genauso viel Leichtigkeit und Stolz wie mir. 💪🌱

Wie hilft Dir die NO-BUY-LISTE?
+ Erhalte eine klare Übersicht der 18 Fehlkauf-Pflanzen.
+ Erfahre, warum sie problematisch sind.
+ Finde heraus, ob sie sich bereits in Deinem Garten befinden.
+ BONUS
In dieser NO-BUY-LISTE habe ich dir 18 weitere problematische Fehlkauf-Pflanzen zusammengestellt, auf die dein insektenfreundlicher Garten gut verzichten kann.



