Du möchtest dir einen Schmetterlingsflieder in den Garten holen? Du liebst die Farben, den Duft und den romantischen Charme, den er versprüht? Du fragst Dich, wo der geeignete Standort im Garten sein könnte?
Der Schmetterlingsflieder wird auch als Sommerflieder oder Schmetterlingsstrauch bezeichnet. Der botanische Name ist “Buddleja davidii”, daher wird er manchmal auch einfach als „Buddleja“ bezeichnet. Egal, wie du ihn nennst, in diesem Blogbeitrag erfährst du die Wahrheit über seine Standortansprüche und warum sie zu einem Problem werden können.
Falls du nach dem Lesen des Artikels nach Alternativen zum Schmetterlingsflieder suchst, habe ich dir 7 tolle Pflanzen aufgelistet, die ebenfalls einen besonderen wild-romantischen Charme versprühen.
Romantik pur? Das verlockende Versprechen des Schmetterlingsflieders
Ja, ich kann es gut nachvollziehen: Der Gedanke, den Schmetterlingsflieder in deinem Garten zu haben, klingt verlockend. Sein Name allein suggeriert, dass er Schmetterlinge in Scharen anlockt. Die Vorstellung von wunderschönen Schmetterlingen, die den duftenden Busch umschwärmen, ist reizvoll.
Es ist schwer, diesem Bild nicht zu erliegen und sich vorzustellen, wie der Garten zu einem Schmetterlingsparadies wird. Doch die Realität hinter diesem Versprechen ist komplexer, und es gibt wichtige Aspekte zu berücksichtigen.

Deshalb zeige ich dir, wie wichtig es ist, die Wahrheit der Standort-Ansprüche des Schmetterlingsflieders zu verstehen. Denn nur dann kannst du sicherstellen, dass dein Garten zu einer Bereicherung für Schmetterlinge wird.
Ein weiteres Problem des Schmetterlingsflieders habe ich in diesem Beitrag beschrieben: Warum dein Garten ohne Sommerflieder schmetterlingsfreundlicher ist.
Standortvorlieben: Die ungeschönte Wahrheit außerhalb des Gartens
Der botanische Name ist “Buddleja davidii”. Der Strauch mit großen überhängenden Blütenständen wird gerne als Zierstrauch in den Garten gesetzt, er wird zwischen 2 und 5 Meter hoch.
Es gibt viele gezüchtete Sorten, die sich z.B. in Größe und Farbe unterscheiden. Er ist vom Aussehen leicht mit dem gewöhnlichen Flieder zu verwechseln, ist mit diesem aber nicht verwandt.
Der Schmetterlingsflieder stammt aus China und wurde erstmals 1928 in Deutschland gesichtet. Damit ist er keine heimische Pflanze, was Probleme mit sich bringen kann. Denn er breitet sich gerne dort aus, wo man ihn nicht haben möchte.
Die Schweiz hat dieses “invasive Potenzial” des harmlos wirkenden Busches bereits erkannt und den Handel damit verboten.

Was ihn so gefährlich macht, warum ich ihn als „einsamen Pionier in rauen Gefilden“ bezeichne und wie er es schafft, dort den Boden zu verschlechtern, liest du in den nächsten beiden Abschnitten.
Wahrheit Nr. 1: Einsamer Pionier in rauen Gefilden
Eine Pflanze kann pro Jahr mehrere Millionen Samen produzieren, die mit dem Wind weit fortgetragen werden können. Die Samen des Schmetterlingsstrauchs lieben trockene und magere Standorte. Wenn sie hier landen, keimen sie sehr gut.

Das heißt, die Samen gehen wahrscheinlich nicht in Deinem Garten auf, wo der Boden vermutlich aus stickstoff- oder nährstoffreicher Gartenerde besteht. Aber: Sie gilt als Pionierpflanze, die eben trockene, magere Böden bevorzugt. Magere Böden haben im Gegensatz zu normaler “guter” Gartenerde wenig Nährstoffe, darüber freuen sich die Schmetterlingsstrauch-Samen.

Ihre bevorzugten Standorte, die “rauen Gefilde”, findet sie in offenen oder durch menschliche Eingriffe gestörten Bereichen. Diese besiedelt sie als erstes, z. B. in vorher industriell genutzte Brachlandschaften, in aufgelassenen Ton- und Kiesgruben oder in Steinbrüchen. Aber auch Hänge wie an Bahngleisen oder Straßen, kiesig-schottrige Flussufer – wenn sie nicht zu nass sind – sowie Waldränder oder Lichtungen sind vor den Samen nicht sicher.
Wahrheit Nr. 2: Schmetterlingsflieder, der Bodenverschlechterer
In diesen vor allem mineralischen und trockenen Böden können die Samen schnell keimen und wachsen. Sie selbst verdrängen selten andere Pflanzen. Aber sie haben trotzdem das Potenzial die Böden zu verändern.
An den mageren Standorten wirken sie so leider als “Bodenverschlechterer”. Wie machen sie das? In den weit herabhängenden Zweigen verfangen sich vom Wind herbei gewehtes Laub und andere natürliche Materialien. Diese verrottet unter den Sträuchern und reichern die Erde mit Nährstoffen an.
Der zuvor nährstoffarme Boden hätte Lebensraum für bedrohte heimische Arten geboten, die auf diese rauen Verhältnisse optimal angepasst sind. Da nun die Böden aber nährstoffreicher werden, ziehen sie Pflanzen an, die eben viele Nährstoffe brauchen. Beispielsweise die Kanadische Goldrute, die große Bestände bildet und so heimische Arten verdrängt.

Die Anzahl der heimischen, wertvollen Pflanzen geht zurück und damit auch die heimischen Schmetterlinge und andere Insekten, die auf diese Arten angewiesen sind. Häufig sind sie spezialisiert und finden an den nicht heimischen Arten – wie eben dem Schmetterlingsflieder oder der Kanadische Goldrute – keine Nahrung oder Lebensraum (mehr dazu findest du hier).
Wie du auch ohne Schmetterlingsflieder einen Hauch Romantik in deinen Garten zaubern kannst, zeige ich dir im nächsten Abschnitt. Dort habe ich dir meine persönlichen Lieblinge zusammengetragen: 7 wild-romantische Alternativen zum Schmetterlingsflieder.
Der Schmetterlingsflieder ist nur einer von vielen Pflanzen, die du dir besser nicht in deinen Garten holen solltest. In dieser NO-BUY-LISTE habe ich dir 18 problematische Fehlkauf-Pflanzen zusammengestellt. + BONUS

Alternative heimische Pflanzen, die eine Hauch Romantik in deinen Garten zaubern
Die Lösung ist, keinen Schmetterlingsflieder in deinen Garten zu holen. Es gibt zahlreiche tolle Alternativen, die ebenfalls einen wild-romantischen Charme versprühen. Wichtig ist, auf heimische Arten zu setzen, denn sie bieten den hier lebenden Insekten und Tieren Nahrung und Lebensraum. Gleichzeitig sind heimische Wildpflanzen extrem robust, denn sie sind an unsere klimatischen Verhältnisse angepasst – was sie super pflegeleicht macht.
1 Feldrose
Die Feldrose (botanischer Name: Rosa arvensis) ist eine Wildrose. Sie ist wächst eher strauchartig als z.B. Ramblerrosen, die gerne mehrere Meter erklimmen. Die Feldrose schafft es mit einer Rankhilfe auf etwa 2 Meter. Sie ist meine Nr. 1 in Sachen wilde Romantik.

2 Schlehe, aka: Schwarzdorn
Die Schlehe (botanischer Name: Prunus spinosa) wird bis zu 2,5 Meter hoch und wächst relativ blickdicht. Zudem ist sie extrem robust und pflegeleicht. Romantik-Feeling kommt im Frühjahr auf, wenn sie ihre weißen Blüten bereits vor der Belaubung zur Schau trägt und einen Hauch von Mandelduft in der Luft liegt.

3 Pfaffenhütchen
Eine etwas größere Alternative zum Schmetterlingsflieder ist das Pfaffenhütchen (botanischer Name: Euonymus europaeus). Es kann bis zu 6 Meter hoch werden, im Alter wächst es gerne überhängend. Den großen Auftritt hat es im Herbst, wenn es die charakteristischen purpurfarbenen Kapselfrüchte trägt. Sein großer Pluspunkt: Es benötigt nur selten einen Schnitt.

4 Gemeiner oder gewöhnlicher Schneeball
Romantik pur! Mit seinen üppigen weißen Blüten macht der Schneeball (botanischer Name: Viburnum opulus) seinem Namen alle Ehre. Die Vorteile des ca. 3 Meter großen Strauchs: Er ist robust und anspruchslos, schnellwüchsig und schnittverträglich.

5 Zwerg-Holunder
Der Zwerg-Holunder (botanischer Name: Sambucus ebulus) ist mit seinen maximal 2 Metern eine gute Wahl, wenn es kein Schmetterlingsstrauch sein soll. Diese kleine Ausgabe des Holunders passt er auch in die kleinste Gartenecke. Holunder bringt einen besonderen Zauber in den Garten: Er gilt als Baum der Elfen und Gnome, die darin leben sollen.

6 Gemeiner Liguster
Zwar wird dieser Strauch (botanischer Name: Ligustrum vulgare) mit bis zu 5 Metern höher als der Schmetterlingsflieder. Vergleichbar ist aber seine Blütezeit von Juni bis Juli/August, in der seine filigranen weißen Blüten erscheinen. Prädikat: Wunderschön!

7 Hängekätzchen-Weide
Mit ihren maximal 1,5 Metern ist die Hängekätzchen-Weide (botanischer Name: Salix caprea ‚Pendula‘ oder ‚Kilmarnock‘) kleiner als andere Weide-Arten. Dieser kleine Zierbaum hat lange, überhängende Äste. Er macht sich gut als romantischer Blickfang im Beet oder Vorgarten. Die gelben Kätzchen blühen bereits ab März und verbreiten einen zarten Duft.

Fazit: Warum du dir keinen Schmetterlingsflieder in den Garten holen solltest
Du hast gelernt, dass die Standortvorlieben des Schmetterlingsflieders zwar im Garten keine unerwünschte Versamung zulassen. Dafür können die Samen sich sehr weit verbreiten und in rauen Gefilden – nämlich an trockenen und mageren Standorten – den Boden verschlechtern. Dies führt dazu, dass heimische Blumen und Insekten dort keinen Lebensraum mehr finden.
Falls du noch immer überzeugt bist, dir diese Pflanze in den Garten zu holen, dann tust du das allein für deinen Genuss – einen Mehrwert für die Natur liefert sie nicht. Im Gegenteil, er schädigt sie. Bitte schneide daher die Rispen noch vor der Blüte ab, damit sie sich nicht verbreiten.
Möchtest du einen pflegeleichten Wohlfühl-Garten mit Romantik-Atmosphäre zaubern, habe ich dir sieben Alternativen zum Schmetterlingsflieder aufgezeigt. Sie sind alle samt heimische Gehölze und bieten damit auch Nahrung und Lebensraum für Schmetterlinge und Insekten in deinem Garten.
Du fragst dich jetzt, welche weiteren Blumen und Büsche nicht in deinen Garten gehören?
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