Wenn Du gerade Deinen Garten neu anlegst, dann kann ich Dir Bodendecker nur ans Herz legen. Warum ich sie empfehle? Weil sie Dir im Garten jede Menge Arbeit abnehmen. Sie wachsen flächig, halten Unkraut fern und lassen offene Stellen im Beet einfach verschwinden. Für einen pflegeleichten Einstieg in das Thema Garten sind sie genau das Richtige.
Egal für welchen Bodendecker Du Dich entscheidest, damit sie kaum Arbeit machen und winterhart sind, habe ich einen besonderen Tipp für Dich: Achte bei der Auswahl vor allem auf ein Kriterium, um zwar „heimisch“. Warum dies – neben der richtigen Standort-Wahl – ein Erfolgsrezept ist, zeige ich Dir in diesem Beitrag.
Und hier kommen meine 12 liebsten Bodendecker, die sich als sehr zuverlässig erwiesen haben. Für Sonne, Halbschatten und Schatten ist sicher auch für Dich was dabei! Doch vorher klären wir kurz noch, was einen guten Bodendecker ausmacht.
Was macht einen zuverlässigen Bodendecker aus?
Du suchst eine Pflanze, mit der Du keinen Ärger hast? Die einfach Deine kahlen Stellen im Boden zuverlässig und dicht bedeckt? Dann verrate ich Dir jetzt die weiteren Vorteile, die Du Dir mit dem richtigen Bodendecker in den Garten holst. Und wenn Du auf die heimischen Wildformen setzt, punktest Du doppelt.
Warum Bodendecker im Garten sinnvoll sind
Bodendecker sind wie eine natürliche Matte, die Deinen Garten vielfältig unterstützt. Sie unterdrücken lästiges Unkraut, indem sie ihm das Licht nehmen. Gleichzeitig schützen sie den Boden vor Austrocknung, denn durch den Pflanzenteppich wird die Feuchtigkeit länger gehalten. Für Dich heißt das: weniger jäten + weniger gießen = weniger Aufwand.
Außerdem bieten sie was für’s Auge, auch im Winter. Wenn andere Pflanzen ihre Blätter verlieren, bleiben viele der Bodendecker grün (das sind die sogenannten „immergrünen Bodendecker“, mehr dazu im folgenden Info-Kasten) und geben Deinem Garten Struktur. Besonders heimische Arten solltest Du bevorzugen, denn sie sind an unser Klima angepasst, und somit winterhart. Das heißt, sie kommen auch ohne Winterschutz super zurecht.
Bodendecker ist nicht gleich Bodendecker. Vor allem die, die Du in Baumärkten und Gartencentern angeboten bekommst, solltest Du Dich zweimal fragen, ob sie wirklich gut für die Natur sind. In meinem Blogartikel IMMERGRÜNE BODENDECKER: 6 NO-GOS & MEINE 9 ALTERNATIVEN kläre ich Dich auf, von welchen Sorten Du lieber die Finger lassen solltest. Außerdem habe ich Dir dort speziell heimische „immergrüne Bodendecker“ rausgesucht.
Was bedeutet „heimisch“ – und warum ist das wichtig?
Heimische Pflanzen sind solche, die bei uns von Natur aus vorkommen und sich an unsere klimatischen Bedingungen optimal angepasst haben. Das macht sie robuster und weniger anfällig für Krankheiten oder Schädlinge. Sie brauchen weniger Pflege und Wasser als exotische Pflanzen, weil sie einfach besser „wissen“, wie sie mit den Jahreszeiten umgehen müssen.
Und noch ein wichtiger Punkt: Heimische Bodendecker unterstützen die Artenvielfalt, weil sie Nahrung und Lebensraum für heimische Insekten und andere Tiere bieten. Viele unserer Insekten sind auf bestimmte heimische Pflanzenarten spezialisiert. Wenn sie diese in der Landschaft oder unseren Gärten nicht mehr finden, sterben sie aus.
Warum heimische Bodendecker die bessere Wahl sind
Ich empfehle daher immer heimische Pflanzen, weil sie genau die Vorteile vereinen, die Du Dir wünschst: Sie sind winterhart, pflegeleicht, langlebig und gut für die Natur. Gerade als Gartenneuling kannst Du Dich auf sie verlassen: sie wachsen meist zuverlässig, kommen gut mit unseren Bedingungen klar und sehen dazu noch schön aus.
Alle meine 12 liebsten Bodendecker findest Du auch als praktische Liste bei NaturaDB. Damit kannst Du weiterarbeiten: Kopiere sie in Deine eigenen Listen und finde Gestaltungsideen bzw. gute Kombinationspartner im Beet.
Jetzt erfährst Du, was meine 12 Empfehlungen für sonnenhungrige, halbschattenverträgliche und schattenliebende Pflanzen sind.
Diese Bodendecker lieben die Sonne
01 Sand-Thymian (Thymus serpyllum)
Der Sand-Thymian ist ein Klassiker für sonnige, trockene Standorte. Er duftet herrlich, zieht Wildbienen an und bildet einen dichten Teppich aus kleinen Blättern und rosa Blüten. Er braucht nur wenig Wasser, ist also ideal für sonnige, trockene Ecken. Auch andere heimische Thymian-Arten wie z.B. der Frühlingsthymian (Thymus praecox) können in der Sonne als Bodendecker gute Dienste erweisen.

02 Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum)
Mit seinen kräftigen rosa Blüten ist der Blut-Storchschnabel ein echter Hingucker. Er wächst gut in sonnigen Lagen und ist robust gegenüber Hitze und Trockenheit. Ein toller Bodendecker mit langer Blütezeit.

03 Kriechendes Fingerkraut (Potentilla reptans)
Das kriechende Fingerkraut ist vielseitig und wächst schnell flächig. Es verträgt Sonne, ich habe aber die ERfahrung gemacht, dasses den Halbschatten lieber mag. Die gelben Blüten sind ein echter Farbtupfer. Es ist winterhart und benötigt kaum Pflege, perfekt für Anfänger. Wenn es zu viel wird, einfach jäten.

04 Kissenginster (Cytisus decumbens)
Der Kissenginster ist ein niederliegender Blüten- und Zwergstrauch. Er ist nicht nur hübsch mit seinen gelben Blüten, sondern auch sehr trockenheitsresistent. Er liebt daher sonnige Standorte und bringt Farbe in den Garten. Ich mag diesen Bodendecker, denn er ist mit seinem niederliegenden Wuchs etwas besonderes und blüht bereits ab April.

Diese Bodendecker fühlen sich im Halbschatten wohl
05 Blauroter Steinsame (Lithospermum purpurocaeruleum)
Die Blaurote Steinsame besticht durch ihre blau-violetten Blüten und wächst gerne an halbschattigen, aber auch sonnigen Plätzen. Sie ist winterhart und bringt Farbe ins Beet. Darüber hinaus liebt sie lockeren, nährstoffreichen Boden und eignet sich besonders gut als Bodendecker unter Sträuchern und Bäumen, da ihr die Wurzeln der anderen Gewächse nichts ausmachen.

06 Große Sternmiere (Stellaria holostea)
Die große Sternmiere ist zierlich, blüht weiß und liebt halbschattige Standorte. Sie ist winterhart und schnellwachsend, so dass sie Unkraut gut unterdrückt. Die Große Sternmiere wächst in der freien Natur gern in lichten Laubwäldern, an Waldrändern und Gebüschsäumen. Auch im Garten ist sie toller Bodendecker, der wenig Pflege braucht. Sie bevorzugt frischen, humosen und eher kalkarmen Boden. Bei mir steht sie unter’m Kirschbaum.

07 Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)
Das Pfennigkraut ist ein bewährter Bodendecker für halbschattige oder schattige Plätze, der durch seine glänzenden grünen Blätter auch im Winter Struktur gibt. Wenn es sich an einem Ort wohl fühlt, wächst schnell flächig. Das ist insbesondere in feuchten Gartenbereichen und die Uferzonen am Teich so. Es wächst sogar in meinen Gartenteich weiter.

08 Wald-Erdbeere (Fragaria vesca var. vesca)
Die Wald-Erdbeere mag halbschattige und schattige Plätze, ist winterhart und ihre kleinen roten Früchte sind essbar. Sie braucht kaum Pflege und wächst sehr schnell. Sie lockt zudem nützliche Insekten an, beispielsweise als Raupenfutterpflanze von fünf Schmetterlingsarten oder als Pollentankstelle für über 40 Wildbienenarten. Wenn sie Dir zu viel wird kannst Du sie ruhig großzügig jäten. Ihre langen Ausläufer nehmen schnell jede Gartenecke ein.

Diese Bodendecker gedeihen im Schatten
09 Kleines Immergrün (Vinca minor)
Das kleine Immergrün ist ein echter Schattenliebhaber und bleibt – wie es auch sein Name verrät – auch immer grün. Es bildet dichte Matten, ist winterhart und pflegeleicht. Daher ist es ideal für schattige Bereiche, in denen kaum andere Pflanzen wachsen. Auf dem Markt gibt es viele Zuchtsorten mit Blattvariationen oder andersfarbigen Blüten. Achte daher beim Kauf unbedingt auf die Wildform und suche gezielt mit dem botanischen Namen: Vinca minor (dieser darf keinen Zusatz in einfachen Anführungszeichen haben, denn hier wird immer die Sorte / Zuchtform benannt.)

10 Heimische Haselwurz (Asarum europaeum)
Die heimische Haselwurz hat glänzende, dunkelgrüne Blätter und mag schattige Plätze. Sie ist immergrün, winterhart und benötigt kaum Pflege. Ein besonders schöner Bodendecker für schattige Ecken. Achtung: Die Haselwurz legt nur langsam an Größe zu. Brauchst Du schnelle Erfolge? Dann solltest Du mindestens 20 auf den Quadratmeter pflanzen.

11 Efeu (Hedera helix)
Efeu ist fast schon ein Klassiker unter den Bodendeckern für Schatten. Er ist extrem robust, immergrün und winterhart. Achtung, er wächst sehr kräftig. Ist daher perfekt für größere Flächen, aber etwas weniger geeignet, wenn Du einen zierlichen Bodendecker möchtest. Wenn Du ihn einmal im Garten hast, wirst Du ihn nicht mehr los.
Achtung: Efeu gehört zu den vielseitigsten immergrünen Bodendeckern: Er wächst zügig, bleibt das ganze Jahr über grün und schützt den Boden zuverlässig vor Erosion – ideal für Hänge, Böschungen oder schwer zugängliche Flächen. Doch Vorsicht: Efeu ist nicht nur ein super Bodendecker gegen Unkraut, sondern auch eine super Kletterpflanze! Er haftet mit kleinen Wurzeln an Mauern und kann dabei sichtbare Spuren auf Putz, Holz oder Stein hinterlassen oder auch in poröses Mauerwerk eindringen. Wer Du ihn also in Gebäudenähe einsetzt, sollte regelmäßig (alle 2-3 Wochen) zur Schere greifen, um ihn in Form zu halten. (Nur, damit Du nicht später sagen kannst, ich hätte dich nicht gewarnt. 😉)

👉 Tipp: An Zäunen oder alten Mauern darf der Efeu ruhig seine wilde Seite zeigen – dort wird er zum wertvollen Sichtschutz und Lebensraum Vögel. Wenn er nicht geschnitten wird zeigt er nach ca. 8 bis 10 Jahren seine Altersform und fängt erst jetzt an zu blühen und wird zum wahren Insektenmagnet.
12 März-Veilchen (Viola odorata)
Zum Schluss mein absoluter Liebling: Das März-Veilchen bringt im zeitigen Frühjahr zarte violette Blüten in den Schatten. Es ist winterhart, versamt sich leicht und ist eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten. Ein hübscher und nützlicher Bodendecker. Das Allround-Talent wächst aber auch in der Sonne oder im Halbschatten. 💚

So pflanzt Du Deine Bodendecker richtig ein
Beste Pflanzzeit
Die beste Zeit zum Pflanzen von Bodendeckern ist entweder im Frühjahr, wenn der Boden schon warm ist, oder im Herbst. Dann haben die Pflanzen genug Zeit, um vor dem Winter Wurzeln zu bilden und sich gut zu etablieren. Wichtig ist, dass der Boden ausreichend Feuchtigkeit bietet, damit die Pflanzen gut anwachsen können.
Standort vorbereiten
Bevor Du pflanzt, lockere den Boden auf, damit sich die Wurzeln gut ausbreiten können. Je nach Pflanze solltest Du 3 bis 5 Stück pro Quadratmeter einplanen, so entsteht ein dichter Teppich.
Meine große Bitte: Vermeide unbedingt Unkrautvlies, denn das zerstört die natürlichen Bodenlebewesen und ökologischen Kreisläufe. Vertraue lieber darauf, dass die Bodendecker das Unkraut im Laufe der Zeit unterdrücken.
Pflegeleicht, wenn sie einmal eingewachsen sind
In den ersten Wochen solltest Du Deine neuen Bodendecker regelmäßig gießen, damit sie gut anwachsen. Danach sind sie meist sehr genügsam und kommen mit Regen aus.
EXTRA-TIPP: Wenn Du besonders naturnah gärtnern möchtest, kombiniere verschiedene heimische Bodendecker oder setze andere Stauden mit in das Beet und experimentiere mit Samen. So entsteht ein lebendiges Gartenbild, der sich selbst reguliert, Unkraut unterdrückt und gleichzeitig Nahrung für viele Insekten bietet. So machst Du Deinen Garten fit für die Zukunft!
Fazit – Bodendecker machen den Unterschied
Mit den richtigen Bodendeckern wird Dein Garten pflegeleicht, langlebig und naturnah. Sie machen Dir das Leben leichter, schützen den Boden und bringen Farbe und Leben in jede Ecke Deines Gartens. Besonders heimische Bodendecker sind meine Empfehlung, weil sie Dich einfach zuverlässig in Deinem Garten unterstützen. Wenn Du dann noch die richtige Pflanze an den richtigen Standort setzt, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.
Und wenn Du Dir etwas mehr zutraust, dann kombiniere mehrere Bodendecker mit Stauden und Samen. Viel Erfog !🌱💪

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In diesem Beitrag habe ich Dir 12 Pflanzen empfohlen, über die sich Dein Garten und die Natur freuen. Es gibt aber auch echte Problempflanzen, auf die Dein Garten gut verzichten kann.
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